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Was ist die EEW-Förderung? Alle 6 Module im Überblick

Was ist die EEW-Förderung? Alle 6 Module im Überblick

Die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) ist das zentrale staatliche Förderprogramm für Energieeffizienzinvestitionen in deutschen Unternehmen. Wir erklären die Programmstruktur, alle 6 Module und wer wie viel bekommt.

Was ist die EEW-Förderung?

Die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) ist das zentrale staatliche Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) für Unternehmen, die in Energieeffizienz investieren möchten. Verwaltet wird das Programm vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die EEW-Förderung ist der Nachfolger des früheren BAFA-Energieeffizienzprogramms und wurde seit 2022 deutlich ausgeweitet – sowohl in Bezug auf die förderfähigen Technologien als auch hinsichtlich der Förderhöhen. Das jährliche Programmvolumen umfasst mehrere Milliarden Euro.

Ein zentrales Merkmal: Bei der EEW-Förderung handelt es sich um einen Direktzuschuss – kein Kredit, keine Bürgschaft, kein Darlehen. Unternehmen erhalten einen festen prozentualen Anteil der förderfähigen Investitionskosten als Zuschuss ausgezahlt, sobald die Maßnahme abgeschlossen und der Verwendungsnachweis geprüft wurde.

Wer kann EEW-Förderung beantragen?

Die EEW-Förderung steht grundsätzlich allen in Deutschland steuerpflichtigen Unternehmen offen – unabhängig von der Branche und der Unternehmensgröße. Ob produzierendes Gewerbe, Dienstleister, Handwerk oder Landwirtschaft: Wer in Deutschland gewerblich tätig ist und Steuern zahlt, kann grundsätzlich einen Antrag stellen.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) genießen dabei besondere Vorteile: Sie erhalten in der Regel höhere Förderquoten als Großunternehmen. Die KMU-Definition folgt der EU-Definition: weniger als 250 Mitarbeiter und weniger als 50 Mio. € Jahresumsatz (oder weniger als 43 Mio. € Bilanzsumme).

Ausgeschlossen von der EEW-Förderung sind Privatpersonen, Kommunen und Bundesbehörden. Diese können ggf. andere Förderprogramme in Anspruch nehmen.

Die 6 Module der EEW-Förderung im Detail

Die EEW-Förderung gliedert sich in sechs Module, die verschiedene Arten von Energieeffizienzmaßnahmen abdecken. Unternehmen können je nach Art ihrer Investition das passende Modul wählen – oder in bestimmten Konstellationen auch mehrere Module kombinieren.

Modul 1: Querschnittstechnologien

Modul 1 ist das breiteste Modul der EEW-Förderung und deckt klassische Energieeffizienzinvestitionen ab. Gefördert werden hocheffiziente Elektromotoren, energieeffiziente Pumpen und Lüftungsanlagen, Druckluftsystemoptimierungen, Wärmerückgewinnungsanlagen sowie Dämmmaßnahmen an Industriegebäuden und -anlagen. Das Modul richtet sich an Unternehmen, die einzelne Querschnittstechnologien austauschen oder optimieren möchten, ohne dabei eine umfassende Prozessoptimierung durchführen zu müssen. Die Förderquote beträgt bis zu 40 % für KMU und bis zu 30 % für Großunternehmen.

Modul 2: Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien

Modul 2 fördert die Umstellung der Prozesswärme- oder Prozesskälteerzeugung auf erneuerbare Energien. Typische Maßnahmen sind industrielle Solarthermieanlagen, gewerbliche Wärmepumpen zur Prozesswärmeerzeugung sowie Biomassekessel als Ersatz für fossile Energieträger. Das Modul ist besonders attraktiv für Unternehmen, die derzeit noch Gas oder Öl für ihre Produktionsprozesse einsetzen und auf regenerative Quellen umsteigen möchten. Mit bis zu 45 % Förderquote für KMU gehört Modul 2 zu den großzügigsten Modulen des Programms.

Modul 3: MSR, Sensorik & Energiemanagement

Modul 3 unterstützt die Digitalisierung des Energiemanagements. Gefördert werden Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR), Sensorik zur Verbrauchsüberwachung sowie Energiemanagementsoftware. Das Modul zielt darauf ab, Energieverbräuche transparent zu machen und gezielt zu steuern. Für KMU gilt eine vereinfachte Nachweispflicht, was den Einstieg erleichtert. Die Kombination mit anderen Modulen – etwa Modul 1 oder 4B – ist möglich und sinnvoll, wenn die MSR-Investition Teil einer größeren Effizienzmaßnahme ist.

Modul 4A: Basisförderung (nur KMU)

Modul 4A ist ausschließlich für kleine und mittlere Unternehmen konzipiert und bietet einen vereinfachten Einstieg in die EEW-Förderung. Voraussetzung ist eine nachweisbare Energieeinsparung von mindestens 15 % gegenüber dem Ausgangszustand – ohne dass ein aufwendiges Einsparkonzept eines BAFA-zugelassenen Energieberaters erforderlich wäre. Der vereinfachte Nachweis macht Modul 4A besonders schnell und unkompliziert – ideal für KMU, die einzelne Geräte oder Anlagen austauschen möchten. Förderquote: bis zu 40 % für KMU.

Modul 4B: Premiumförderung

Modul 4B ist das attraktivste und anspruchsvollste Modul der EEW-Förderung. Es fördert umfassende Prozessoptimierungen, die eine Treibhausgasreduktion von mindestens 30 % gegenüber dem Ausgangszustand nachweisen. Dafür ist zwingend ein Einsparkonzept eines BAFA-zugelassenen Energieberaters erforderlich. Modul 4B steht – anders als Modul 4A – allen Unternehmensgrößen offen und bietet mit bis zu 45 % für KMU die höchsten Förderquoten im gesamten Programm. Der maximale Zuschuss beträgt 20 Mio. € pro Projekt.

Modul 5 & 6: Transformationspläne & Elektrifizierung

Modul 5 fördert die Erstellung von CO₂-Bilanzierungen und Dekarbonisierungsfahrplänen – also die strategische Planung der langfristigen Energiewende im Unternehmen. Modul 6 unterstützt KMU bei der Elektrifizierung von Prozessen: die Umstellung von fossil befeuerten auf elektrisch betriebene Produktionsprozesse. Beide Module ergänzen die investitionsbezogenen Module 1–4 und richten sich an Unternehmen, die ihre Energiewende strategisch angehen möchten.

Förderhöhen und Obergrenzen

Die Förderquoten variieren je nach Modul und Unternehmensgröße. Hier ein Überblick der wesentlichen Sätze:

Modul KMUM ittlere Unternehmen Großunternehmen

Modul 1 (Querschnittstechnologien)bis 40 % bis 35 %bis 30 %

Modul 2 (Prozesswärme Erneuerbare) bis 45 % bis 35 %bis 30 %

Modul 3 (MSR & Sensorik) bis 40 % bis 35 %bis 30 %

Modul 4A (Basis, nur KMU) bis 40 % Modul 4B (Premiumförderung) bis 45 %bis 35 %bis 30 %

Der maximale Zuschuss pro Projekt beträgt in den Modulen 2 bis 4 bis zu 20 Mio. €. Eine Kumulierung mit anderen Förderprogrammen ist grundsätzlich möglich, muss aber im Einzelfall auf die geltenden Beihilfeobergrenzen geprüft werden.

Das Wichtigste: Das EEW-Timing

Der häufigste und folgenreichste Fehler bei der EEW-Förderung ist ein falsches Timing. Der Förderantrag muss zwingend vor dem Vertragsschluss mit dem Lieferanten eingereicht und bewilligt sein. Wer zu früh bestellt oder einen Vertrag unterzeichnet, verliert den Förderanspruch unwiderruflich – auch wenn die Investition inhaltlich vollständig förderfähig wäre.

Der korrekte Ablauf ist: 1. Antrag stellen → 2. Bewilligungsbescheid der BAFA abwarten → 3. Erst dann Vertrag unterzeichnen oder Bestellung aufgeben. Auch Anzahlungen können bereits als Maßnahmenbeginn gewertet werden und den Förderanspruch gefährden.

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Fazit

Die EEW-Förderung ist eines der attraktivsten staatlichen Förderprogramme für Unternehmen in Deutschland. Mit bis zu 45 % Zuschuss und einem maximalen Förderbetrag von 20 Mio. € pro Projekt lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem Programm für nahezu jedes investierende Unternehmen. Entscheidend ist die richtige Modul-Zuordnung und vor allem das Timing: Antrag vor Bestellung – ohne Ausnahme.

Banhoek Consulting begleitet Unternehmen durch den gesamten Antragsprozess – von der Modul-Auswahl über das Einsparkonzept bis zur Auszahlung. Mit über 100 erfolgreichen Anträgen und einer Erfolgsquote von über 95 % sind wir Ihr verlässlicher Partner für die EEW-Förderung.

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Markus Pöhlmann

Geschäftsführer
Ihr Experte für die erfolgreiche Beantragung der Forschungszulage. 20 Jahre Erfahrung als Berater, Geschäftsführer von Tech-Unternehmen, Unternehmer und Investor.

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