BHKW-Generationswechsel nach EEG-Auslauf. 38 % weniger Eigenverbrauch. 138.000 € Förderung.
Über 9.900 Biogasanlagen sind in Deutschland in Betrieb — die meisten betrieben von Landwirten und kleinen GmbHs. Ein Großteil dieser Anlagen wurde zwischen 2004 und 2014 gebaut. Mit dem Auslaufen der 20-jährigen EEG-Vergütung stellt sich nun für hunderte Betreiber dieselbe Frage: neues BHKW oder Anlage abschalten?
Eine niedersächsische Biogasanlage hat sich für die Erneuerung entschieden — und dabei einen großen Teil der Investition vom Bund tragen lassen.
EEG-Auslauf trifft alternde Motorgeneration
Biogasanlagen aus der ersten Förderwelle (Baujahre 2004 – 2010) erreichen aktuell das Ende ihrer 20-jährigen EEG-Vergütungsperiode. Gleichzeitig haben die BHKW-Motoren nach 70.000 – 90.000 Betriebsstunden ihr technisches Lebensende erreicht. Für Betreiber bedeutet das: Reinvestieren oder abschalten — und zwar genau jetzt. Allein zwischen 2024 und 2028 betrifft das laut Fachverband Biogas mehrere tausend Anlagen.
Familienbetrieb in Niedersachsen, 400 kW elektrische Leistung
Eine niedersächsische Biogasanlage (KMU, Familien-GmbH mit fünf Beschäftigten, 400 kW elektrische Leistung, Baujahr 2007) stand vor der Reinvestitionsentscheidung: Das vorhandene Gas-Otto-BHKW war nach 18 Jahren Dauerbetrieb verschlissen, der elektrische Wirkungsgrad lag bei nur noch 36 %. Geplant war die Erneuerung mit einem modernen BHKW der aktuellen Motorgeneration mit elektrischem Wirkungsgrad von 43 % bei zusätzlicher Wärmenutzung. Investitionsvolumen: 250.000 € netto. Die Frage des Geschäftsführers an Banhoek: „Ich habe gehört, dass das BAFA für Biogas etwas weggenommen hat — lohnt sich ein Antrag überhaupt?"
Die Herausforderung: Wahrnehmungslücke und Beraterpflicht
Bei Biogas-Betreibern gibt es zwei strukturelle Hürden, die wir vor jedem Antrag adressieren. Erstens: Die Branchenkommunikation ist seit der EEW-Novelle 2024 vor allem von Kritik geprägt — der Fachverband Biogas und top agrar berichten regelmäßig über Förderkürzungen für Biomasse-Anlagen. Viele Betreiber nehmen EEW deshalb nicht als Förderpotenzial wahr, sondern als Verlustthema. Die BHKW-Erneuerung ist aber weiterhin förderfähig, weil hier nicht die Biomasse-Förderung greift, sondern Modul 4B Premium für Effizienzmaßnahmen. Zweitens: Das EEW-Unabhängigkeitsgebot verlangt, dass der EEE-Energieberater wirtschaftlich unabhängig vom Investitionsprojekt ist. Bisherige Anlagen-Servicepartner oder Berater mit Lieferanten-Bindung scheiden aus. Damit ist strukturell ein neuer Berater nötig, sobald der Antrag gestellt werden soll. Banhoek Consulting koordinierte einen unabhängigen EEE-Berater, dokumentierte die Wirkungsgrad-Differenz zwischen Alt- und Neu-BHKW über zwei Wochen Lastgang-Messung, strukturierte den Antrag als Modul 4B Premium IMK (Investitionsmehrkosten gegenüber Referenz-BHKW gleicher Leistung) und reichte ihn vor Bestellung beim BHKW-Lieferanten in der Förderzentrale Deutschland (FZD) ein.
Warum BHKW-Erneuerung EEW-förderfähig ist
Moderne BHKW-Generationen erreichen elektrische Wirkungsgrade von 42 – 44 % gegenüber 34 – 38 % bei Anlagen der ersten EEG-Förderwelle. Das klingt nach wenig — bedeutet aber pro 100 kW elektrischer Leistung eine jährliche Eigenverbrauchs-Reduktion von rund 12.000 kWh und eine deutlich höhere Einspeise-Effizienz aus der gleichen Biogasmenge. Kombiniert mit einer Wärmerückgewinnung aus dem Motorkühlkreislauf zur Substrat-Vorerwärmung und einer geregelten Drehzahlsteuerung der Substrat-Pumpen, ergaben sich im vorliegenden Fall 38 % Gesamt-Energieeinsparung am gesamten Anlagensystem. Das übertraf die 30 %-THG-Schwelle für Modul 4B Premium klar — und qualifizierte das Vorhaben für den Premium-Pfad mit Investitionsmehrkosten-Berechnung (IMK).
Energieeinsparung: 38 % weniger Eigenverbrauch der Gesamtanlage — entspricht zusätzlicher jährlicher Stromerzeugung von rund 250.000 kWh durch denselben Substrat-Einsatz.
Wirtschaftlichkeit: Die Reinvestition wäre ohne Förderung wegen ausgelaufener EEG-Vergütung grenzwertig gewesen. Mit der Förderung amortisiert sich die Anlage in unter 5 Jahren — und sichert den Weiterbetrieb für mindestens 15 weitere Jahre.
EEW-Förderung: 138.000 € Zuschuss (55 % Förderquote auf rund 250.000 € Investitionsmehrkosten, Klein-KMU, Modul 4B Premium IMK).
CO₂-Bilanz: Der höhere elektrische Wirkungsgrad ersetzt rund 360.000 kWh Strom aus dem deutschen Strommix pro Jahr — entspricht der Vermeidung von ca. 130 Tonnen CO₂ pro Jahr.
PROJEKT-STECKBRIEF
Biogasanlagen gehören zu den am stärksten unterförderten Segmenten der EEW: Bei über 9.900 Anlagen und mehr als 95 % KMU-Anteil ist das Förderpotenzial enorm — aber das fehlende Berater-Ökosystem in der Branche führt dazu, dass viele Reinvestitionen ohne staatliche Mitfinanzierung erfolgen. Wir sehen das als strukturelle Lücke, die zu schließen ist. Wenn Ihre Anlage in das EEG-Auslaufjahr läuft: Sprechen Sie uns vor der ersten Bestellung an.
Weitere förderfähige Investitionen für Biogas-Betreiber
BHKW-Erneuerung ist nur eine von mehreren EEW-relevanten Stellschrauben. Ebenfalls über Modul 4B förderfähig: Wärmerückgewinnung und Wärmenetz-Anschluss (Investitionsbereich 30 – 150 T€), Biogasaufbereitung zu Biomethan für Direkteinspeisung (800 T€ – 2 Mio €), Gärrestaufbereitung mit Separatoren (80 – 300 T€) und Flexibilisierung mit Speicher und Regelung (100 – 400 T€). Für CO₂-Verflüssigung aus dem Biogas-Strom ist die EEW-Förderfähigkeit im Einzelfall zu prüfen — abhängig von der Prozesseinbindung und dem Nachweis der Energieeinsparung. Wir prüfen all diese Optionen im kostenlosen Quick-Check.
Drei Perspektiven auf diesen Fall
Was bedeutet dieser Förderfall konkret aus den drei Sichten, die in jedem Maschinen-Investitions-Projekt am Tisch sitzen?
FÜR DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG
Cashflow und Wirtschaftlichkeit
138.000 € Zuschuss entscheidet über Weiterbetrieb oder Abschaltung. EEG-Auslauf zwingt Reinvestition – ohne Förderung wäre die Wirtschaftlichkeit nach Förderwegfall negativ. Mit BAFA-Bescheid in der Hand wird aus dem Generationswechsel ein 15-Jahres-Stabilitäts-Case.
BHKW-Tausch im laufenden Betrieb – Altanlage läuft bis zum letzten Tag, Neuanlage wird in einer Wartungspause umgehängt. Lastgang-Messung 2 Wochen ohne Eingriff in den Substrat-Prozess. Die Anlage steht maximal 36 Stunden still.
BHKW-Hersteller wie 2G Energy und EnviTec verkaufen an Biogas-Betreiber, die EEW oft nicht auf dem Radar haben. Wir liefern Ihrem Kundenberater die Förderfähigkeits-Prüfung in 48 h – das macht aus dem Erneuerungs-Pitch ein Kosten-Drittel-Argument.
Banhoek Consulting: Ihre Experten für die EEW-Förderung. Über 100 erfolgreiche Anträge, Erfolgsquote >95%. Mehr als 30 Mio. € Förderung für unsere Kunden erzielt.
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